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Landau 2026
Leider hat das Wetter umgeschlagen und es regnet am Morgen. Laut Wetterbericht soll es am Nachmittag nur vereinzelte Schauer geben und so sind wir gegen Mittag mit dem Auto nach Landau gefahren. Eingebettet in sanfte Weinberge und umgeben von den acht weinbautreibenden Stadtteilen ist die Universitätsstadt Landau die größte Weinbaugemeinde Deutschlands und die sechst größte Stadt der Pfalz.
Wir haben unseren PKW in der Nähe des Rathausplatzes abgestellt und stehen kurze Zeit später auf dem geschichtsträchtigen Rathausplatz, der 1689 als Waffen- und Paradeplatz angelegt wurde. Heute ist der Platz das Herz der Stadt mit seinen historischen Bauten, den vielen umliegenden Cafés, Restaurants und Geschäften. In der Mitte des Platzes steht das Reiterstandbild des Prinzregenten Luitpold von Bayern (1892).
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Das neue Rathaus wurde 1827 als Kommandantur der bayrischen Militärverwaltung im klassizistischen Stil wieder erbaut. Es passt hervorragend in die Architektur der übrigen Gebäude und ist ein Blickfang. Im Inneren befindet sich heute das Tourismusbüro, das Bürgerbüro und Standesamt von Landau.
 In einem der markantesten Gebäude am Rathausplatz ist die Adler Apotheke untergebracht.
Es ist eine Apotheke mit Tradition und ihre Geschichte reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück.

Ein Blickfang ist auch das Alte Kaufhaus, zu erkennen an dem Staffelgiebel mit der großen Uhr. Das nur noch in Resten original erhaltene Gebäude aus dem 15. Jahrhundert diente im Mittelalter als ein bedeutendes Handelszentrum.
Im Erdgeschoss befanden sich die Woll-, Safran- und Fruchtwaagen sowie Eichgerätschaften und ein Tanzsaal im Obergeschoss. 1995 engagierte sich eine Bürgerinitiative, um aus dem Haus ein Kulturzentrum zu machen. Zusammen mit dem Frank-Loebschen-Haus und der Katharinenkapelle haben die Landauer nun ein "Kulturzentrum Altstadt".
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Die seitliche Front des Alten Kaufhauses schmückt eine wunderschöne Fassadenmalerei. Diese Freiluft-Kunst springt uns direkt ins Auge. Dieses große Wandgemälde ist es wie ein altes Bilderbuch. Die Fassadenmalerei ist Teil des historischen Charmes dieses Gebäudes.
 Auf der Fußgängerzone unterhalb der Freiluft-Kunst des Alten Rathaus steht der Geschichtsbrunnen, offiziell „Geschichtliche Momente der Stadt Landau“ genannt. Der Brunnen wurde 1991 von dem Bildhauer Hubertus von Pilgrim geschaffen.
Das Kunstwerk ist als Bronzeskulptur gestaltet und zeigt eine Vielzahl von Figuren, die Momente aus der Geschichte Landaus darstellen sollen. Dazu gehören Tiere, Trauben, Tänzer und eine Frau mit nacktem Busen. Es ist ein markanter Punkt in der Innenstadt.

Nur ein paar Meter weiter, auf dem Martha-Saalfeld-Platz steht der Landaviabrunnen. In den 1970er Jahren wurde die „Landavia“ (lat. für Landau in der Pfalz) bei dem Münchner Künstler Martin Mayer in Auftrag gegeben. Darüber brach ein Sturm der Entrüstung bei den Landauern aus: „Die kann doch nicht Landau darstellen – nackig, fett, obszön!“, so dass die Skulptur nur einen Platz im Hof eines Kunstarchivs fand. Heute hat die Statue Landavia ihren festen Platz auf dem Martha-Saalfeld-Platz gefunden und auch die Kritikerinnen und Kritiker dieser Skulptur sind längst verstummt. Die über zwei Meter große und siebeneinhalb Zentner schwere Dame mit dem Namen „Palatina Bacchabunda“, besser bekannt als Landavia, ist zu einem echten Wahrzeichen der Südpfalzmetropole geworden.
Unser Stadtrundgang geht nun vorbei an der mittelalterlichen Katharinen-Kapelle. Diese gotische Kapelle wurde um 1344 ursprünglich für Beginen erbaut (selbstständige Frauen, die in religiösen Gemeinschaften (Beginenhöfen) lebten). Im Laufe der Jahrhunderte wechselte ihre Funktion, sie diente beispielsweise als Garnisonskirche während der Zeit der Festung Landau. Heute ist sie ein zentraler historischer Ort in der Landauer Altstadt.
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Eines von nur 2 öffentlichen Zugängen in die Festungsstadt, war damals das nordöstliche Tor der Vauban-Festung Landau, das Deutsche Tor (erbaut 1688-1687) mit dem Untertorplatz. Im Deutschen Tor, wo einst Kutschen durch die Stadttore Landaus fuhren, befindet sich heute ein Wirtshaus. Es ist ein unter Denkmalschutz stehendes Bauwerk.
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Auf dem Untertorplatz steht das Löwendenkmal. Es ist eine monumentale Löwenskulptur aus den 1930er Jahren, die von Bernhard Bleeker als Ehrenmal für die gefallenen pfälzischen Soldaten des Ersten Weltkriegs geschaffen wurde. Der grimmige Blick des Löwen richtet sich nach Südwesten in Richtung Frankreich. Eine moderne Hinweistafel informiert über die Entstehungsgeschichte in der Zeit des Nationalsozialismus.
Wir schlendern durch die Gassen der Stadt, vorbei an blühenden Zierkirschbäumen und frühlingshaften Osterdekorationen, in Richtung der ev. Stiftskirche.  Diese Kirche mit ihrer schlanken, himmelwärts strebenden gotischen Architektur ist eines der historischen Wahrzeichen Landaus. Sie gehört zu den drei ältesten Kirchen der Stadt. Die Stiftskirche wurde ab 1333 errichtet. Der älteste Teil der Kirche, der frühgotische Chor, wurde um 1335 fertiggestellt. Um 1340 war die Stiftskirche bis auf den Westturm vollendet, dessen Bauzeit von 1349 bis Mitte des 15. Jahrhunderts dauerte und auf Wunsch der Stadt und auf Kosten des Stadtrates erbaut wurde.

Ein Denkmal für den Reformator Martin Luther befindet sich direkt vor der evangelischen Stiftskirche in Landau in der Pfalz.
Es erinnert an die historische Bedeutung Luthers und der Reformation für die Stadt, die 1579 das lutherische Bekenntnis unterzeichnete.
Die katholische Pfarrkirche St. Maria steht in der Landauer Innenstadt, direkt am Marienring. Sie ist mit ihrer alles überragenden Größe die mächtigste Kirche der gesamten Südpfalz. Die Kirche wurde von 1907-11 nach Plänen von Joseph Cades errichtet und am 12. Juni 1911 feierlich geweiht. Die dreischiffige Emporenbasilika imponiert durch ihre mächtige Doppelturmfassade an der westlichen Front, mit jeweils 60 Meter Höhe.
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Die Marienkirche ist 73 m lang und 40 m breit. Das Mittelschiff im Inneren ist 20 Meter hoch. Sie weist eine bebaute Grundfläche von 1800 qm auf und bietet ca. 3000 Menschen Platz. Ausgewählte Kunstgegenstände aus verschiedenen Jahrhunderten prägen das Innere der Kirche.
Besonders sehenswert sind die 3,5 Meter hohe Marienstatue mit Kind aus Holz, ferner das Holzrelief einer um 1510 geschaffenen spätgotischen Beweinung Christi und der etwa zeitgleichen sog. Heiligen Sippe.
Die Steinmeyer-Orgel von 1924, restauriert 2011, feierte 2024 ihren 100. Geburtstag. Die Orgel zählt zu den bedeutendsten spätromantischen Instrumenten Süddeutschlands.
Die prachtvollen Magnolienbäume vor der Städtischen Galerie Villa Streccius in Landau (Südliche Ringstraße) ziehen unsere Aufmerksam auf sich. Die Bäume rahmen den Eingangsbereich der Villa im Jugendstil ein und sind ein schönes Fotomotiv. Sie bieten einen Kontrast zur dort ausgestellten modernen Kunst.
Das ehemalige Wohnhaus des königlichen Notars Heinrich Streccius wurde 1892 von dem Karlsruher Architekten Prof. Ludwig Levy geplant und ist ein Paradebeispiel für Privatarchitektur der Gründerzeit. 1935 gelangte es in den Besitz der Stadt Landau und so wurde die Villa Streccius der Kunst gewidmet.
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Bevor wir wieder zurück zu unserem Auto gehen, schauen wir uns von der Straße aus noch das Herxheimer Schlössel an. Der neugotische Sandsteinbau wurde zuerst 1880-1892 in Herxheim gebaut, dann abgetragen und 1882-1883 in Landau wieder aufgebaut. Das historische Gebäude ist es ein Wohnhaus, das ursprünglich als Privatvilla erbaut wurde und heute als Baudenkmal gilt. Das Schlössel ziert ein viergeschossiger Belvedereturm.
 Direkt neben unserer Parkgarage steht das historische Schleusenhaus. Es handelt sich um ein Bauwerk aus der Zeit der Stadtbefestigung, die zwischen 1687 und 1691 erbaut wurde.
Das Gebäude diente früher dazu, das Wasser der Queich aufzustauen, um die Festungsgräben zu füllen. Heute ist es eine Sehenswürdigkeit und liegt direkt am Festungsweg der Route Vauban.
Nach einem interessanten Nachmittag, ohne weiteren Regen, fahren wir zurück zu unserer Ferienwohnung.
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