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Geinsheim
Geinsheim, ein Ortsteil von Neustadt an der Weinstraße, haben wir uns heute Morgen für einen kleinen Spaziergang ausgesucht. Das pfälzische Straßendorf liegt in der flachen Gegend zwischen der Deutschen Weinstraße und dem Rhein in der Oberrheinischen Tiefebene. Es ist mit knapp 2000 Einwohnern das zweitkleinste Weindorf. Der bis zu 500 Jahre alte Ortskern ist seit 1998 als Denkmalzone ausgewiesen. Auch die Weinbautradition reicht laut Erwähnungen bis ins Jahr 778 zurück.
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Das Wahrzeichen der Gemeinde: ist die kath. Kirche St. Peter und Paul. Sie gilt als größtes Gotteshaus im Gäu (einer typisch pfälzischen Felder- undWiesenlandschaft) und wird deshalb im Volksmund auch „Gäu-Dom“ genannt. Der Kirchenbau blickt auf eine mehr als 500-jährige Geschichte zurück und besteht aus zwei Teilen, dem älteren Teil, der um 1500 entstanden ist und dem neueren Teil der von 1870 bis 1873 errichtet wurde. Der mächtige gotische Saalbau hat eine 30 Meter hohe Doppelturmfassade. 
Der östlichste der beiden Doppeltürme wird von einem Weißstorchenpaar schon jahrelang als Nistplatz genutzt.
Von der um 1500 entstandenen Kirche sind noch der mehr als 40 Meter hohe Einzelturm und der Chor mit Sakristei erhalten.

Direkt auf dem Kirchenvorplatz steht das zentrale Kriegerdenkmal vor der kath. Kirche St. Peter und Paul. Es handelt sich um eine Sandsteinskulptur. Das Denkmal wurde am 7. Juli 1907 eingeweiht und erinnert ursprünglich an die Gefallenen der Kriege von 1866 und 1870/71. Der Platz um das Denkmal wurde in den letzten Jahren im Zuge der Dorferneuerung umgestaltet, dabei wurde eine umlaufende Sitzbankmauer errichtet.
Auf dem Kirchplatz steht das 1878 errichtete Schul- und Gemeindehaus. Es hatte ursprünglich vier Schulsäle, sowie Lehrerwohnung und Gemeindesaal im Erdgeschoß und das Gemeindebüro im Obergeschoss. 2009 umfassend renoviert ist es heute Sitz der Ortsverwaltung und stellt im Erdgeschoß verschiedene Räume für Vereine zur Verfügung.
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Vor dem alten Gemeindehaus, dem Ortsmittelpunkt von Geinsheim, steht eine Säule mit dem Ortsnamen „Geinsheim“. Sie ist modern gestaltet, trägt gut sichtbar den Ortsnamen und ist in der Straßenbeleuchtung integriert, sodass sie abends hell erleuchtet ist. Die Säule dient als Schmuckelement und zur Begrüßung der Verkehrsteilnehmer.
 Rechts vor dem Gebäude steht das von Bernhard Mathäss geschaffene "Denkmal für die Opfer der NS-Zeit", das in einer Feierstunde am 26.10,2025 offiziell übergeben wurde. Zwei Meter groß steht das Denkmal aus hellem, roh behauenem Sandstein vor dem Gemeindehaus.
Das Besondere: Dem Stein fehlt die Mitte, es wurde mit einem Bohrhammer herausgetrennt, so gewaltsam, wie die Opfer der Nazi-Diktatur aus der Weinbaugemeinde Geinsheim. Auf einer Glasscheibe im Zentrum des Denkmals hat er die 33 Namen der meist jüdischen Bürgerinnen und Bürger eingraviert, mit Geburts- und Sterbedaten. Ab 1940 wurden sie deportiert und die meisten von ihnen in Lagern wie Gurs und Auschwitz ermordet.

In Geinsheim gibt es mehrere Beispiele für renovierte historische Häuser, die den charmanten Charakter des Ortes prägen. Diese liebevoll modernisierten Häuser verbinden traditionellen Charakter mit zeitgemäßem Komfort. Zudem werden ältere Einfamilienhäuser mit historischem Charme und "Entfaltungspotential" zum Kauf angeboten.
Auf der Gäustraße fällt uns ein wunderschönes spätbarockes eingeschossiges Fachwerkhaus mit Drempel auf. Das im späten 18. Jahrhundert errichtete Haus mit seinen grünen Fensterläden und dem weißen Außenzaun ist straßenbildprägend.

Der Dreiseitenhof, ein eingeschossiges Fachwerkhaus mit Drempel, Krüppelwalmdach, aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erstrahlt auch in neuem Glanz. Das Altenteil wurde 1870/80 errichtet, die Wirtschaftsbauten stammen zum Teil aus dem 19. Jahrhundert.

Wir bummeln durch die Gassen, schauen in die Einfahrt verschiedener Winzerhäuser und stehen vor einer alten traditionellen manuellen Wein- oder Obstpresse aus Holz, die für die Ostertage in eine festliche Osterdekoration umgestaltet wurde.
Die Presse ist mit kahlen Zweigen und bunten Eiern geschmückt, was es zu einem sogenannten Osterbrunnen macht.

Der Ort hat viele schöne alte Gebäude. Ein weiteres historisches Ensemble mit einem Fachwerkhaus und einer angrenzenden Wegekapelle fällt uns ins Auge. Zwischen Kapelle und Fachwerkhaus steht ein großes Wegekreuz mit einer Christusfigur. lt. Denkmalliste aus dem Jahre 1777.
Ein Denkmal ganz anderer Art steht auf dem Rasen vor dem Friedhof in Geinsheim. Es ist die historische Thomas-Glocke. Die Glocke ist ein bedeutendes Zeugnis der Dorfgeschichte und der Pfarrkirche St. Peter und Paul. Die ursprüngliche Thomas-Glocke wurde bereits im Jahr 1466 gegossen. 1919 wurde sie beschädigt in einer Bleihütte in der Eifel wiedergefunden. Da ihre Krone abgeschlagen war, kaufte die Gemeinde sie zurück und ließ sie 1920 in Frankenthal zu drei kleineren Glocken umschmelzen. Im Jahr 1917 musste die Glocke (zusammen mit zwei weiteren) zu Kriegszwecken abgegeben werden.
Die Glocke, die heute vor dem Friedhof zu sehen ist, dient als Mahnmal. Sie wurde nach dem Austausch des Geläuts im Jahr 1995 dort aufgestellt, um an die wechselvolle Geschichte der Geinsheimer Glocken zu erinnern.

Ein Abschiedsschild am Ortsrand mit einer historischen Zeichnung der örtlichen Kirche und der Aufschrift „Auf Wiedersehen“ sagt uns, dass unser kleiner Ortsbummel hier zu Ende ist.
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